Araberfohlen, “Cheran”, 7 Wochen, männlich, vorgestellt wegen Sekundärer Hypoparathyreodismus, idopathische benigne Epilepsie und Calciummangel
Freitag, 18. Mai 2012 (Redaktion)
Fall von Dr. med. vet. Elfriede Koppensteiner
Araberfohlen, “Cheran”, 7 Wochen, männlich, vorgestellt wegen Sekundärer Hypoparathyreodismus, idopathische benigne Epilepsie und Calciummangel
Cheran war mit 3 Wochen, am rechten Carpalgelenk und auf der rechten Kopfhälfte aufgeschlagen, er schwitzte und war müde. Die Peristaltik war oB und somit wurde eine Kolik ausgeschlossen. Das Blutbild zeigte, dass die Leukozyten und die Muskelenzyme erhöht sind, diese lassen auf einen Krampf oder Stress schließen.
Nach 1 Woche lag Cheran steif in der Box. Er zog den Kopf nach hinten, lag auf der rechten Seite und der Anfall dauerte ca 3 min. Es wurde Diazepam gespritzt und in die Uni-Klinik gebracht. Am folgenden Tag hatte Cheran den nächsten Anfall. Die Stute hatte genügend Muttermilch und auch die Zusammensetzung der Milch, va der Calcium-Gehalt war in Ordnung.
Cheran wurde auf der Uni-Klinik untersucht und die Diagnose lautet:
• Sekundärer Hypoparathyreodismus (Parathormon war unter der Nachweisgrenze. Der Hypoparathyreoidismus ist eine durch Unterfunktion der Nebenschilddrüsen verursachte Erkrankung bei der eine mangelnde Parathormon-Ausschüttung zu Kalziummangel führt. Die Symptomatik ist durch einen Calciummangel und dadurch auftretende Parästhesien und eine Tetanie geprägt.
• Idiopathische benigne Epilepsie
• Calciummangel
• Nierenfunktionstest: verliert auch viel Calcium über die Niere
Therapie:
Cheran wurde an der Uniklinik therapiert mit Calcium i.v, Futterkalk, Vit. D, Phenobarbital, Magnesium, Magenschutz, Antibiotika, Diamox.
Der ionisierte Calcium Wert war bei 0,69 mmol/l, sollte über 1,1 mmol/l sein. Durch die 3-wöchige Therapie an der Uniklinik war der Calc-Wert auf 0,8 gestiegen.
Die Andalusierstute ist misstrauisch und verspannt, der Konikwallach schlecht gelaunt und in der Rangfolge der Herde das Schlusslicht. Der Trakehner ist freundlich und verschmust, möchte aber am liebsten in seiner Box bleiben. All diese Pferde wurden ihren Tierärzten wegen Husten, Fieber oder Kolik vorgestellt. In den ausführlichen Fallberichten auf dem HomöopathieBlog stehen aber das Verhalten und der Charakter der Tiere mindestens ebenso sehr im Vordergrund wie die körperliche Krankheit.
Vorbericht:
Begonnen hatte es damit, dass plötzlich etwa erbsengroße, juckende „Pickelchen“ im Halsbereich auftraten, die sich rasch über den Körper fortsetzten, zum Teil wurden die „Pickel“ dann etwas größer, bekamen in der Mitte eine Delle und bildeten sich dann zurück, seltener gingen sie auf und eiterten dann.
Diese bilden zusammen mit den von den jeweiligen Tierärztekammern und der Akademie für Tierärztliche Fortbildung (ATF) vorgeschriebenen Voraussetzungen die Grundlage für die Zuerkennung der Zusatzbezeichnung Homöopathie.
Schwerpunkte der A-Kurse (Sonderpreis AI für Studenten / Doktoranden, etc.) bilden die Einführung und Grundlagenvermittlung der Homöopathie, sowie den Einstieg in die Behandlung akuter Erkrankungen. Das Repertorium als wichtiges Instrument neben den Arzneimittelbildern wird ab dem ersten Kurs in kleinen Schritten eingeführt.